• Ratschläge
Veröffentlicht am February 25, 2019

Umgekehrter Kulturschock – was tun?

Was macht man, wenn man nach seiner Zeit im Ausland wieder zu Hause ankommt

Von Faye Popplewell

“Au Pair? Was bitte ist denn ein Au Pair?”

 

Genau diesen Gedanken hatte ich vor etwa zweieinhalb Jahren, als ich das erste Mal eine Anzeige für Cultural Care Au Pair gesehen habe. Es war genau dieser Moment, der mein Leben für immer verändern sollte.

 

Von der ersten Sekunde an dachte ich: das ist doch was für mich! Als ich dann mehr über das Programm herausgefunden und weitere Infos auf der Website gelesen habe wusste ich direkt: das wird das nächste Kapitel in meinem Leben.

 

Gesagt, getan: Schneller als gedacht war ich dann im Flugzeug nach New York City, um als Au Pair auf zwei kleine Jungs aufzupassen, die zu dem Zeitpunkt zwei und fünf Jahre alt waren. Ich habe zwei wundervolle Jahre mit meiner Gastfamilie verbracht. Um ganz ehrlich zu sein: ich sehe sie nicht als „Gast“ Familie – in den zwei Jahren wurden sie meine zweite Familie und ich weiß, das wird für immer so bleiben.

 

Ich habe meinen zwei Jungs immer erzählt: „Familie bedeutet nicht, dass man tatsächlich miteinander verwandt sein muss – Familie sind Menschen, die man über alles liebt, und die dich über alles zurück lieben“. Genau aus diesem Grund war meine Erfahrung in den USA die beste meines Lebens und ich hätte mir keine bessere Familie dafür wünschen können.

 

Doch dann war es so weit: die zwei Jahre waren vorbei, und es war Zeit, nach Hause zu gehen.

 

Ich wusste, dass ich mich persönlich komplett zum besseren verändert hatte, und wollte nicht zu meinem „alten ich“ zurückkehren. Daher beschloss ich im Flugzeug nach Hause: Ich werde der Mensch bleiben, der ich heute bin – egal, wie schwer es auch sein mag.

 

Ich wusste, dass ich positiv bleiben musste und „alles aus einem Grund“ passiert.

 

Nichtsdestotrotz, eine Sache habe ich gelernt: Umgekehrten Kulturschock gibt es wirklich!

 

Ich war nicht wirklich gut darin, mich auf meine Rückkehr nach England vorzubereiten. Ich habe das ganze eher verdrängt. Und selbst als ich schon einige Zeit zu Hause war, wollte ich es nicht so recht wahr haben.

Doch dann war es soweit. Der Kulturschock war da und mir wurde klar: ich war wieder zu Hause.

Ich konnte einfach nicht aufhören zu weinen – ich fühlte mich so leer. Ich habe mein amerikanisches Leben in den USA so sehr vermisst.

Mein Haus in England war klein, die Leute um mich herum klangen anders und ich konnte mich einfach nicht an den Akzent gewöhnen. Es fühlte sich irgendwie falsch an. Kein freundliches „Good Morning Ma’am“ von Fremden, kein nettes „Have a great day, Ma’am“ als ich englische Shops betrat. Es waren die kleinen Dinge, die mir aufgefallen sind.

Waren die letzten beiden Jahre in den USA nur ein Traum? Es fühlte sich auf jeden Fall danach an.

Nachdem ich über eine Woche zu Hause war, und allen von meinen Erfahrungen als Au Pair erzählt hatte, schien es, als ob sich zu Hause gar nichts verändert hätte. Alles und alle schienen gleich geblieben zu sein. Ich aber war eine komplett neue Person – eine bessere Person. Ich klang sogar anders! Ich hatte mir einige amerikanische Redewendungen angewöhnt, sodass mich Leute in England fragten, woher ich komme. Ich dachte mir nur „Was meint ihr?! Das hier ist meine Heimatstadt – ich komme von hier!“. Um ehrlich zu sein: Ich fand es ziemlich lustig, dass sie dachten, ich sei nicht aus England.

Aber: Wie geht man nun eigentlich mit umgekehrten Kulturschock um? Ich habe hier ein paar Tipps für Euch:

Tipp #1

Mein erster Rat an euch: Setzt euch mit Euren Au Pair Freunden in Verbindung. Für mich war es eine riesen Hilfe, mit ihnen sprechen zu können. Mit jemanden, der die selben Erfahrungen gemacht hat reden zu können, war einfach super hilfreich. Ich konnte mit ihnen darüber sprechen, wie es mir wirklifch ging – und das hat wirklich geholfen. Es war einfach schön zu wissen, dass ich jemanden hatte, der mein Leben in den USA kennt und der wirklich versteht, wie und warum es mir so ging.

Tipp #2

Bleib busy! Starte ein neues Hobby, triff Dich mit alten Freunden, verbringe Zeit mit Deiner Familie. Das hilft, wieder in die Gemeinschaft zu Hause zurückzufinden.

Tipp #3

Bleib mit Deiner Gastfamilie, Deinen Gastkindern und Deinen Freunden in den USA in Kontakt. Es ist einfach schön zu wissen, wie es ihnen geht und was es Neues gibt in ihrem Leben.

Tipp #4

Bleib aufgeschlossen und positiv! Du bist zurück in Deinem Heimatland, und Dinge sind anders. Nichtsdestotrotz: Man gewöhnt sich auch daran wieder.

Tipp #5

Teile Deine Erfahrungen mit anderen – mit neuen Leuten, die Du durch Deine Zeit im Ausland kennengelernt hast, mit alten Freunden – einfach mit allen! Denn die Erinnerungen, die Du vor Ort gemacht hast, bleiben für’s Leben.

 

Kurz nachdem ich wieder zu Hause angekommen bin, zog ich von meiner Heimatstadt weg, um für Cultural Care zu arbeiten. Ich konnte es nicht glauben, dass ich so schnell schon wieder umziehe – aber ich habe mich riesig über die Möglichkeit gefreut, zukünftigen Au Pairs von meinen Erfahrungen zu erzählen.

 

Schlussendlich sitzen wir alle im gleichen Boot – es geht uns allen gleich! Alle schönen Dinge müssen irgendwann zu einem Ende kommen– Du wirst aber für immer tolle Leute um Dich haben, die bleiben: Deine Au Pair Community, Deine Gastfamilie, Deine Familie zu Hause, Deine alten und neuen Freunde – und für mich sogar die Arbeitskollegen bei Cultural Care.

 

Schäme Dich nicht für Deine Gefühle, fürchte Dich nicht vor Veränderung, hab keine Angst vor Kulturschock. Du bist nicht alleine – anderen geht es genauso.

 

Obwohl Deine Zeit in den USA nun vorüber ist, kannst Du immer wieder auf Besuch zurückkommen. Du hast Freundschaften für’s Leben geschlossen und kannst Deine Erfahrungen mit anderen teilen – und man weiß nie, wem Du mit mit Deinen Erzählungen helfen kannst. Du hast jetzt unzählige Orte, in denen Du Freunde hast und die Du besuchen kannst – und mehr als ein zu Hause!

 

Ich hätte mir nie gedacht, dass ich als englisches Mädchen für immer Freunde und Familie in den USA, Deutschland, Südafrika, Argentinien, Wales, … haben werde.

 

Daher: trau Dich! Sei die beste Version von Dir! Mach den Schritt und steig ins Flugzeug um alleine in die USA zu reisen. Denn die Erfahrungen und Erinnerungen, die Du vor Ort sammeln wirst, werden Dein Leben verändern – und helfen Dir dabei, alles zu erreichen, was Du Dir vorgenommen hast.


Hallo, ich bin Faye, 25 Jahre alt, und habe gerade 2 wundervolle Jahre im Land der “red white and blue stripes” verbracht! Ich bin eigentlich Britin aber muss mir immer zu anhören „Kommst du aus Australien“ und „OHH eine Amerikanerin“ oder auch „Woher um alles in der Welt kommst du?“. Ich bin echt, albern, laut und liebe es zu lachen. Ach ja, und ich LIEBE! amerikanisches Fro-Yo!

Am beliebtesten

Mehr über Ratschläge

A line drawing of a gumball machine

Teile Deine Story!

Wir sind auf der Suche nach leidenschaftlichen Bloggern, die einen Post für uns schreiben. Sende uns Deine Story noch heute und gebe anderen einen Einblick in das Leben als Au Pair!

Reiche deine story ein