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Veröffentlicht am May 23, 2019

Verlängern als Au Pair

Tipps, wie man in seiner Verlängerung am besten von einer Gastfamilie zur andere

Von Clare Shepherd

Stell Dir vor: Du bist jetzt etwas mehr als sechs Monate als Au-pair in den USA und eine E-Mail erscheint in Deinem Posteingang in der Du gefragt wirst, ob Du gerne verlängern möchtest. Nachdem Du eine Weile darüber nachgedacht und mit allen geredet hast, von denen Du glaubst, dass sie an Deiner Entscheidung teilhaben sollten, entschließt Du Dich, um weitere 6, 9 oder 12 Monate zu verlängern. Jetzt bist Du dabei, die nächste Phase Deiner Au-pair-Reise zu beginnen.

 

Ich habe diesen ganzen Prozess vor etwa 8 Monaten durchlaufen, und jetzt nähere ich mich schon dem Ende der Zeit mit meiner zweiten Gastfamilie. Ich werde Dir ein paar Tipps und Tricks geben, die mir nützlich erscheinen. Sie sollen den Übergang von Deiner Gastfamilie im ersten Jahr zu Deiner Verlängerungsfamilie für alle Beteiligten so einfach wie möglich machen.

 

1. Nimm Dir Zeit Deine aktuelle Gastfamilie zu bewerten und sei Dir klar darüber, warum der Wechsel in eine neue Familie die beste Option für Dich ist

 

Auch wenn die Idee, in eine neue Gastfamilie zu ziehen, für Dich vielleicht genau das Richtige ist, mache Dir bewusst, was Deine erste Gastfamilie alles für Dich getan hat. Überlege, ob sie Dir viel Freizeit geben, ob sie einen ähnlichen Erziehungsstil haben oder ob sie für Dich wie eine zweite Familie sind. Werde Dir auch klar darüber, was Dir an ihnen nicht so gefallen hat. Vielleicht war es die Art und Weise, wie die Kinder diszipliniert wurden oder Dein Arbeitsplan. Um Dir Fragen auszudenken, die Du potenziellen Gastfamilien während des Matching-Prozesses stellen kannst, kann es hilfreich sein, eine Liste von Vorlieben und Abneigungen auf der Grundlage Deiner Erfahrungen im ersten Jahr zu erstellen.

 

Auch wenn Deine erste Gastfamilie vielleicht in jeder Hinsicht perfekt für Dich war, kann es trotzdem sein, dass Du nochmal eine neue Erfahrung machen möchtest. In diesem Fall ist es wichtig, dass Dir bewusst ist, warum Du eine Veränderung brauchst. Jeder Grund, der für dich Sinn macht, ist ein guter Grund – aber zu wissen, warum Du wechselst, ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass Du auch zu einer zweiten für Dich perfekten Gastfamilie wechselst.

 

2. Stelle schon im Matching Prozess alle Deine Fragen

 

Genau das gleiche wurde Dir auch schon vor Deinem ersten Jahr gesagt, aber es ist gar nicht so einfach diesen Rat zu befolgen. Beim ersten Mal weiß man eventuell noch nicht, was einem einmal wichtig sein wird, wenn man bei einer neuen Familie tausende von Kilometern von zu Hause entfernt lebt. Jetzt, da Du bereits ein Jahr lang Erfahrungen gesammelt hast, ist es einfacher zu wissen, was Deine “must haves” bei der Gastfamiliensuche sind – Dinge, die Dich persönlich besonders stören und Differenzen mit der Gastfamilie eingeschlossen. Beim Matching ist es wichtig, dass Du freundlich und höflich bist, wenn Du sensible Themen ansprichst. Nutze Deine Erfahrungen aus dem ersten Jahr und habe keine Angst davor alle noch so komischen Fragen zu stellen. Wenn Du diese Fragen schon während des Matchingzeitraums stellst, kannst Du sicherstellen, dass Du in Deiner Verlängerung all die kleinen Ärgernisse ausschließen kannst, mit denen Du vorher zu kämpfen hattest.

 

3. Falls Du die Möglichkeit hast, besuche Deine neue Gastfamilie bevor Du bei ihnen einziehst

 

Es ist definitiv nicht immer möglich Deine neue Gastfamilie zu besuchen bevor Du bei ihnen einziehst – Aber wenn es irgendwie geht, dann versuche es möglich zu machen. Egal ob es sich nun um einen Wochenendbesuch handelt oder um einen Tagesbesuch während eines Urlaubes in der Nähe der Gastfamilie – es kann nur von Vorteil sein die Leute, mit denen man möglicherweise bald zusammenlebt, vorher persönlich zu treffen. Es zeigt, dass Du bereit bist für die Familie extra Aufwand zu betreiben und es gibt den Kindern die Möglichkeit, Dich ein wenig kennenzulernen. Wenn Du dann einziehst bist Du kein Fremder mehr für sie. Außerdem ist es eine gute Gelegenheit für Dich, um zu sehen, wie die Eltern mit ihren Kindern sprechen und wie sie sie loben und disziplinieren. So kannst Du Dich besser darauf vorbereiten, was von Dir erwartet wird, wenn Du dann ihr Au Pair wirst.

 

 

4. Man lernt durch Erfahrung.

 

Wenn Du zu Deiner zweiten Gastfamilie wechselst, hast Du bereits ein Jahr Au-pair-Erfahrung vorzuweisen. In den ersten Monaten mit Deiner ersten Gastfamilie hast Du vielleicht noch an Deinen Fähigkeiten gezweifelt…. aber das ist jetzt nicht mehr nötig! Habe ruhig das Selbstvertrauen von Deinem Au Pair Wissen Gebrauch zu machen und gleich loszulegen. Achte darauf, dass Du alle neuen Methoden, die Du mit den Kindern ausprobieren möchtest, vorab mit Deinen Gasteltern besprichst und erzähle ihnen von Deinen Erfolgen. Gastfamilien schätzen bei Verlängerungs-Au Pairs besonders die Erfahrung, die sie mitbringen. Sie finden es gut, dass Du eine externe Sicht auf ihre Kindererziehung hast. Wieder einmal ist es wichtig, höflich mit sensiblen Themen umzugehen, aber wenn Du denkst, dass eine neue Methode auch bei ihren Kindern funktionieren könnte, dann ist es einen Versuch wert. Erfahrungen sind goldwert.

5. Du wirst ähnliche Anlaufschwierigkeiten mit Deiner neuen Familie haben wie mit Deiner ersten – aber jetzt bist Du besser vorbereitet

 

Es ist immer eine Herausforderung sich daran zu gewöhnen, sich nach den Regeln eines anderen zu richten und in einem fremden Haus zu leben. 12 Monate lang hast du Dich an die Arbeitsweise Deiner ersten Gastfamilie angepasst – und nach dem Wechsel in die neue Gastfamilie musst Du Dich nun an deren Zeitpläne und Regeln anpassen. Das wird nicht immer einfach sein; einige Regeln werden für Dich Sinn ergeben, andere wirst Du vielleicht nicht verstehen. Wenn Du jedoch weißt, was von Dir erwartet wird und dies nach bestem Wissen und Gewissen umsetzt, dann wirst Du ein gutes Vorbild für Deine Gastkinder sein. Du weißt ja bereits aus Deinem ersten Jahr, dass nicht alles von Anfang an reibungslos verlaufen wird. Es kann es schwierig sein, sich an eine neue Lebensweise zu gewöhnen. Nutze das, was Du in Deinem ersten Jahr gelernt hast, um die Wogen zu glätten und so den Anfang so einfach wie möglich zu gestalten. Die beste Strategie, um Probleme frühzeitig aus der Welt zu schaffen, ist eine offene und ehrliche Kommunikation. Besprich rechtzeitig alle anfänglichen Probleme mit Deiner Gastfamilie oder Deinem LCC – dies wird ihnen zeigen, dass es Dir wichtig ist und Du versuchst, allen das Leben zu erleichtern.

 

6. Vergleiche Deine Gastfamilien nicht miteinander

 

Das ist einfacher gesagt als getan – aber jede Gastfamilie wird ihre Vor- und Nachteile haben, und Du kannst beide mögen. Im Au-pair-Alltag fokussiert man sich schnell auf die kleinen Alltagsprobleme und tendiert dazu, die früheren Erfahrungen durch eine rosarote Brille zu sehen. Es ist jedoch wichtig, dass man sich vor Augen hält, dass man sich nur an das Gesamtbild erinnert und dabei die Zeiten ausblendet, in denen man Schwierigkeiten hatte. Manchmal neigt man dazu beide Gastfamilien zu vergleichen, aber vergiss nicht, dass jede Gastfamilie auf ihre eigene Weise etwas Besonderes ist. Denk daran, dass beide Dir die Möglichkeit gegeben haben, Deinen Traum zu leben und dazu beigetragen haben, dass Du so ein erfolgreiches Au Pair geworden bist.

7. Erzähle Deiner neuen Gastfamilie nicht ständig von Deiner ehemaligen Gastfamilie

 

Es kann sein, dass Du das allerschönste Jahr mit deiner ersten Gastfamilie verbracht hast. Du musst Dir jedoch darüber im Klaren sein, dass Deine zweite Gastfamilie die erste Familie nicht kennt. Natürlich ist es am Anfang schwierig, Sätze nicht immer mit “In meiner letzten Gastfamilie…” oder “Mein letztes Gastkind…” zu beginnen, aber es ist wichtig, dass Du Deiner neuen Gastfamilie zeigst, dass Du bereit bist, auch mit ihnen tolle Erfahrungen zu machen, anstatt nur tolle Dinge von Deiner ersten Gastfamilie zu erzählen. Natürlich sage ich nicht, dass Du ihnen nichts über Dein erstes Au Pair Jahr erzählen darfst – aber Du solltest einfühlsam sein, wenn Du frühere Erfahrungen mit ihnen teilst.

 

8. Vergiss trotzdem Deine alte Gastfamilie nicht

 

Nachdem du 12 Monate damit verbracht hast, eine Beziehung zu Deiner ersten Gastfamilie aufzubauen, ist es wichtig nicht einfach so abzuhauen und sie zu vergessen. Sie wissen, dass du immer noch in den USA bist und freuen sich darüber, dass Du Deinen Horizont erweitern möchtest – aber Du bist ihnen immer noch wichtig und sie wollen wissen, wie es dir geht. Wenn möglich, sende Deinen ehemaligen Gastkindern Geburtstagskarten. Schreibe ihnen, rufe ab und zu mal an oder besuche sie mal wieder. Natürlich ist es wichtig die Autorität ihres neuen Au Pairs nicht zu untergraben – aber zeige ihnen, wie dankbar Du ihnen für alles bist was sie für Dich getan haben. Es ist fast unmöglich, ein Jahr lang so eng mit Menschen zusammenzuleben und sofort die Verbindung zu kappen. Besonders für die Kinder ist das schwierig. Für Dich waren die Kinder ein Teil Deiner Erfahrung…. aber für sie warst Du ein ganzes Jahr lang Teil ihres Lebens. Auch wenn es für Dich nicht nötig wäre den Kontakt zu halten, mache es für sie und Deine ehemaligen Gasteltern werden Dir immer für die Liebe und Freude, die du in ihr Haus gebracht hast, dankbar sein.

 

Der Wechsel von einer Gastfamilie zur anderen bringt eine ganze Reihe neuer Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten mit sich. Am besten ist es, wenn man sich so gut wie möglich auf die Erfahrung vorbereitet. Bei der Verlängerung Deines Au Pair Jahres geht es, wie bei allem im Leben, viel mehr darum eine tolle Erfahrung zu machen als um das Ziel. Wenn Du Dir die Zeit nimmst und den Übergang für alle Beteiligten so positiv wie möglich gestaltest, wirst Du sicher noch eine weitere unvergessliche Au-pair-Erfahrung machen.


Ich bin Clare, 25, aus Großbritannien und im Moment lebe ich den amerikanischen Traum. Nach 12 wundervollen Monaten mit meiner ersten Familie im Norden Virginias lebe ich nun bei meiner zweiten Familie in Manhattan. Insgesamt bin ich seit 18 Monaten in Amerika. Wenn ich nicht gerade auf meine wundervollen Gastkinder aufpasse, findet man mich im Theater, beim Mittagsschlaf, beim Planen von Trips oder auf Reisen. Das Leben ist ein Abenteuer; und die Möglichkeit, Au Pair zu werden, war einfach eine zu einmalige Chance, um sie einfach verstreichen zu lassen.

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