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Veröffentlicht am March 1, 2019

Wie Du Deine Gastkinder beschäftigst

Finde Aktivitäten für eine 45-Stunden-Woche, die allen Spaß machen!

Von Clare Shepherd

Jeder weiß, dass Kinder von den Menschen lernen, die Zeit mit ihnen verbringen und die sie schätzen. Da Du als Au Pair bis zu 45 Stunden pro Woche mit Deinen Gastkindern verbringst, heißt das, dass Du ein großes Vorbild in ihrem Leben sein wirst. Deine Gastkinder sehen zu Dir auf, sie möchten von Dir bestärkt und begleitet werden, und gerade deshalb ist es so wichtig, dass Du immer mit gutem Beispiel vorangehst. Denn wenn Deine Gastkinder das Gefühl haben, dass Du nicht gern Zeit mit ihnen verbringst, wird sich das auch schnell negativ auf ihre Laune auswirken. Um das Beste aus Deinem Au Pair Abenteuer herauszuholen, sollten nicht nur die Kinder Spaß haben, sondern auch Du! Die Aktivitäten, die Du machst, sollten Dir wirklich Freude bereiten. Deshalb sind hier ein paar Tipps, wie Du die Arbeitstage so lustig wie möglich gestalten kannst – für Dich und für Deine Gastkinder.

 

1. Erstelle einen Plan

 

Wenn Du Dich ohne jegliche Vorbereitung auf einen 10-Stunden-Tag stürzt, wird sich der Tag ziemlich in die Länge ziehen. Nimm Dir deshalb Zeit Dich vorzubereiten. Besprich zuerst mit Deinen Gasteltern, was an diesem Tag unbedingt zu erledigen ist und mache für die restliche Zeit einen Plan. Informiere Dich über altersgerechte Events in der Nähe, verwende Pinterest für Ideen zum Basteln und Backen, tausche Dich mit Au Pairs in Deiner Umgebung und in sozialen Medien aus und finde so Aktivitäten, die allen Spaß machen, auch Dir. Wenn Du nur 30 Minuten Deiner Freizeit aufwendest, um zu planen was Du morgen machst, so wird dieser Tag viel ruhiger und angenehmer für alle ablaufen.

 

2. Erstelle einen Zeitplan

 

Jeder möchte gern wissen, wann was ansteht und deshalb solltest Du Dir einen Tagesablauf zusammenstellen – auch wenn Dir Deine Gasteltern keinen vorgeben. Deine Gastkinder bekommen dann nämlich auch ein Gefühl dafür wie es ist, einem Zeitplan zu folgen – falls sie schon alt genug dafür sind – und sie wissen, was wann von ihnen erwartet wird. Schreibe zuerst die wichtigen Dinge auf – konkrete Aktivitäten und Kurse, zu denen Dein Gastkind muss, Essenszeiten, Ruhezeiten, etc. Vergiss nicht, auch die lustigen Aktivitäten zeitlich zu begrenzen – basteln, draußen spielen, verkleiden, spielen mit Freunden. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn diese Aktivitäten dann länger oder kürzer dauern als Du ursprünglich geplant hattest, aber es ist für alle von Vorteil zu wissen, dass eine Aktivität nicht ewig lang fortgeführt wird.

 

3. Mach Aktivitäten, die Dir gefallen

 

Deine Gastfamilie hatte die Wahl zwischen Tausenden von Au Pairs, aber sie haben sich für Dich entschieden. Warum haben sie Dich ausgewählt? Wahrscheinlich, weil Du ihnen im Matchingprozess Qualitäten und Interessen von Dir gezeigt hast, die sie gern auch an ihre Kinder weitergeben würden. Du musst also nicht immer die Gastkinder bestimmen lassen, was ihr macht, sondern kannst ihnen auch Deine Interessen näherbringen. Egal, ob es Sport ist, Kontakte knüpfen, backen, lesen oder vielleicht sogar etwas ganz anderes – verpacke Deine Interessen in altersgerechte Aktivitäten. So machst Du etwas, das Du wirklich liebst. Und wer weiß, vielleicht finden ja auch Deine Gastkinder ein neues Hobby!

4. Erreiche Meilensteine

 

Als Au Pair ist es eine so große Freude zu sehen, wenn Deine Gastkinder Erfolge feiern, etwas erreichen und sich weiterentwickeln. Besprich mit Deinen Gasteltern, was ihre Kinder in den nächsten Wochen oder Monaten erreichen bzw. lernen sollten und suche dann nach Aktivitäten, wie Du den Kindern diese Fähigkeit auf spielerische Art und Weise beibringen kannst. Vielleicht sollten sie lernen sich selbst anzuziehen, ihr Bett zu machen, den Tisch abzuräumen oder ihre eigene Wäsche zu waschen – zeige Deinen Gastkindern, wie viel Spaß das alles machen kann und sie werden engagiert mithelfen und ihre Aufgaben gern machen. Eigeninitiative ist natürlich auch von Vorteil – schließlich verbringst Du jede Menge Zeit mit Deinen Gastkindern und erlebst hautnah mit, was sie alles können. Bring ihnen eine neue Fertigkeit bei, mit der sie ihre Eltern überraschen können – es ist ein tolles Gefühl und Deine Gasteltern werden Dir ewig dankbar sein, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mit den Kindern etwas Neues zu lernen.

5. Raus aus dem Haus

 

Versuche jeden Tag, mit den Kindern nach draußen zu gehen. Egal, ob die Sonne scheint oder es schneit – zieht Euch entsprechend an und geht ins Freie. Deine Gastkinder werden sich an der frischen Luft wohlfühlen und Du kannst den Kopf frei kriegen. Es hilft enorm, Stress abzubauen und neue Gesprächsthemen zu finden – denn wenn Du tagtäglich von denselben vier Wänden umgeben bist, hast Du schnell das Gefühl, immer und immer wieder die gleichen Gespräche zu führen. Du kannst zum Beispiel eine Schatzsuche veranstalten oder „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ spielen. Oder ihr fährt gemeinsam in die Bibliothek oder in die Zoohandlung. So haben Deine Gastkinder und Du die Chance durchzuatmen und Energie für kommende Projekte und Aktivitäten zu sammeln.

6. Finde Wege, wie sich die Kinder allein beschäftigen können

 

Eine 10-Stunden-Schicht ist lang, und von Zeit zu Zeit werden Deine Gastkinder und Du auch mal eine Pause voneinander brauchen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Du einfach gehen kannst – aber Du kannst den Gastkindern beibringen, sich allein zu beschäftigen. So kannst Du etwas in den Hintergrund treten und ihnen dabei zusehen, wie sie Dinge ganz allein entdecken. Bis sich Kinder wohlfühlen alleine zu spielen kann es etwas dauern, deshalb ist es wichtig, sie am Anfang dabei zu unterstützen. Nimm Dich etwas zurück und bringe Dich dann wieder mehr ein. Dies ist eine tolle Möglichkeit für Deine Gastkinder zu lernen, dass sie nicht den ganzen Tag lang von Dir abhängig sein müssen. Außerdem gibt es Euch auch den kleinen Abstand voneinander, den ihr benötigt.

 

7. Langeweile fördert Kreativität

 

Du hast es nun bis Stunde 42 in Deiner Arbeitswoche geschafft und bereits jetzt all Deine Ideen voll ausgeschöpft. Die Aktivitäten haben kürzer gedauert als Du dachtest und Deine Gastkinder jammern, dass ihnen langweilig ist. Was machst Du? Zuerst einmal tief durchatmen – Du machst einen tollen Job. Als Nächstes: Akzeptiere die Langeweile! Viele Studien (darunter eine der Pennsylvania State University) fanden heraus, dass Menschen, denen von Zeit zu Zeit langweilig ist, in kreativen Bereichen erfolgreicher abschneiden als andere. Höre in diesen langsameren Momenten auf Deine Gastkinder und beschäftige Dich mit ihnen. Schlage Aktivitäten vor, sei aber auch offen für ihre Interessen. Sucht gemeinsam online nach Ideen oder stelle ihnen Hilfsmittel zur Verfügung, mit denen sie machen können, was sie möchten. Du musst natürlich aufpassen, dass bei diesen Aktivitäten nichts kaputtgeht und dass die Kinder sich nicht dabei verletzen können. Erlaube Deinen Gastkindern also ruhig mal, etwas Ungewöhnliches zu machen und fördere so ihre Kreativität. Bestimmt fällt ihnen ein Weg ein, die Gegenstände in einer Art und Weise zu nutzen, für die sie normalerweise nicht vorgesehen waren. Meistens sind es genau diese spontanen, lustigen Momente mit Deinen Kindern, an die Du Dich am Ende Eurer gemeinsamen Zeit erinnern wirst.

 

Du musst nicht versuchen, ein Superheld zu sein. Wenn Du Unterstützung brauchst, wende Dich an Dein Support-Netzwerk – aber es ist auch wichtig, dass man selbst ein wenig Arbeit reinsteckt. Bereite Dich bestmöglich auf die Zeit mit Deinen Gastkindern vor. Finde die richtige Balance zwischen Zeit im Freien und Zeit im Haus; Zeit mit Deinen Gastkindern und Zeit, in der sie die Welt eigenständig entdecken dürfen; Zeit für Dinge, die Deine Gastkinder gerne tun und Zeit, in der Du ihnen Deine Lieblingsaktivitäten zeigst. Das erfordert ein wenig Arbeit, aber wenn Du die richtige Mischung findest, werden die Stunden mit Deinen Gastkindern die beste Zeit Deiner Woche werden.


Ich bin Clare, 25, aus Großbritannien und im Moment lebe ich den amerikanischen Traum. Nach 12 wundervollen Monaten mit meiner ersten Familie im Norden Virginias lebe ich nun bei meiner zweiten Familie in Manhattan. Insgesamt bin ich seit 18 Monaten in Amerika. Wenn ich nicht gerade auf meine wundervollen Gastkinder aufpasse, findet man mich im Theater, beim Mittagsschlaf, beim Planen von Trips oder auf Reisen. Das Leben ist ein Abenteuer; und die Möglichkeit, Au Pair zu werden, war einfach eine zu einmalige Chance, um sie einfach verstreichen zu lassen.

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