• Au Pair Geschichten
Veröffentlicht am September 19, 2019

Abenteuer Au Pair – und wie ich noch heute davon profitiere

Werde selbstbewusster und aufgeschlossener als Au Pair in den USA

Von Rose Mary Costanzo

Aus den USA zurückzukommen war ein richtiger Schock für mich, den sicher viele ehemalige Au Pairs sehr gut nachvollziehen können. Sich in meinem neuen zu Hause in den USA einzugewöhnen war nicht einfach, und gerade dann, als ich mich so richtig wohl gefühlt habe in meinem neuen Leben, war es auch schon wieder Zeit in mein Heimatland zurückzukehren. Die letzten 3 Wochen in den USA waren die schwersten. Ich wollte sie mit meiner Gastfamilie und meinen Freunden genießen – aber gleichzeitig erinnerte es mich daran, dass es bald Zeit ist mich von diesen tollen Menschen und Orten zu verabschieden – und das machte mich traurig. Ich habe mich darüber hinaus auch noch in den USA verliebt – und natürlich wollten wir jede letzte Minute miteinander verbringen, weshalb er mich auch zum Flughafen gebracht hat.

 

Ich habe am New Yorker Flughafen JFK auf meinen Abflug gewartet – und einfach nur geweint. Es fühlte sich an als würde ich mein zu Hause ein zweites Mal verlassen – einen Ort, in dem ich zwei wundervolle Jahre meines Lebens verbracht hatte, außergewöhnlich tolle Menschen kennengelernt hatte und einfach ein riesen Abenteuer durchleben durfte. Mittlerweile bin ich seit über einem Jahr wieder zurück zu Hause und ich denke und träume immer noch von meinem Leben in den USA, die Routine, die Straßen auf denen ich tagtäglich gefahren bin, meine Lieblingsorte, etc. Es fühlt sich so an als hätte ich in einem Traum gelebt – in einem parallelen Universum. Es ist ein ganz eigenartiges Gefühl – welches wahrscheinlich nur wenige Leute wirklich verstehen können. Mir fällt es tatsächlich auch etwas schwer meine ganzen Erfahrungen mit Leuten zu teilen, die noch nicht die Welt bereist haben oder bereits etwas ähnliches erlebt haben.

Abenteuer Au Pair – und wie ich noch heute davon profitiere

Wie kann ein Herz in zwei verschiedenen Orten leben? Gar nicht. Man muss sich einfach damit abfinden, dass diese Erfahrung nun vorbei ist – und das es nun Zeit wird, ein neues Kapitel im Leben zu beginnen. Wenn ich heute an diese zwei Jahre zurückdenke kann ich definitiv sagen: es war die beste Entscheidung meines Lebens! Diese zwei Jahre haben mich wortwörtlich zu der Frau gemacht, die ich heute bin – selbstbewusst, weltoffen, multitaskingfähig, immer neugierig und offen für neue Erfahrungen und Abenteuer. Und zusätzlich dazu habe ich tolle Englischkenntnisse bekommen (ich weiß, Eigenlob 😉) und darauf kann ich wirklich stolz sein.

 

Bevor ich als Au Pair in die USA ging habe ich Fremdsprachen studiert – ein Studium, welches einen darauf vorbereitet Übersetzer und/oder Dolmetscher zu werden. Ich habe das Studium nur wenige Wochen vor meiner Abreise abgeschlossen. Ich muss zugeben dass ich aber trotzdem nicht wirklich gut war in der Sprache – und die einfachste Kommunikation fiel mir zu Beginn richtig schwer. Ich hatte Probleme, mich zu verständigen – und das, obwohl ich eigentlich schon mein ganzes Leben lang Englisch lernte. Doch nach und nach verbesserte ich mein Englisch – und schlussendlich habe ich sogar ein TOEFL Zertifikat am Ende meines zweijährigen Au Pair Aufenthaltes gemacht. Darüber hinaus habe ich auch ein TESOL/TEFL/TESL Zertifikat erworben, welches dabei hilft, Englisch im Ausland zu lehren. Dank dieser Zertifikate konnte ich mich bei einem englischsprachigen Sommercamp bewerben und ich werde meine ersten Lehrerfahrungen in ein paar Wochen starten.

Abenteuer Au Pair – und wie ich noch heute davon profitiere

Jetzt plane ich meinen Master in Konferenzdolmetschen im September zu starten und freue mich schon darauf, da ich mich nach meiner Zeit in den USA fast als zweisprachig bezeichnen würde. Meine Au Pair Erfahrungen haben wir wirklich geholfen, meine Fähigkeiten und Kompetenzen zu verbessern. Nicht jeder hat diese großartige Möglichkeit – obwohl ich der Meinung bin, dass jeder sie haben sollte. Ich bin auf jeden Fall wahnsinnig dankbar dafür, dass ich diese Erfahrung sammeln durfte. Ich finde es schade, dass viele Menschen denken, dass „Au Pair sein verschwendete Lebenszeit“ oder ein „schlechter Job“ ist – denn das ist definitiv nicht so. Ich wäre nicht, wo ich heute bin wenn ich mich nicht vor 2 ½ Jahren dazu entschlossen hätte, als Au Pair in die USA aufzubrechen. Ich weiß, dass ich mich dadurch extrem weiterentwickelt habe und denke, dass ich dadurch alles schaffen kann, was ich möchte. Ich kann gehen, wohin ich will, machen, was ich möchte – und am wichtigsten: ich habe die Unterstützung meiner Eltern da sie sehen, wie sehr ich als Person gewachsen bin und dass sie mir vollkommen vertrauen können und an mich glauben.

 

Dem war nicht immer so. Meine Eltern waren tatsächlich gar nicht glücklich über meine Entscheidung, Au Pair zu werden – ich musste sehr oft mit ihnen sprechen und meine Gründe dafür erklären – und ihnen zeigen, welche Vorteile sich dadurch für mich ergeben und was es mir wirklich bringen könnte. Ähnlich war es, als ich mich dazu entschied, für ein weiteres Jahr zu verlängern. Im Endeffekt wurde jedoch alles gut – sie verstehen mittlerweile, warum ich mich dazu entschlossen hatte und FaceTimen sogar gemeinsam mit mir und meiner Gastfamilie. Ich bin der Meinung dass es wichtig ist, dass man seine Familie und Eltern hinter sich hat, wenn man Entscheidungen im Leben trifft. Doch manchmal muss man auch für seine Träume kämpfen – und das war nur einer der Schritte, den ich einfach wagen musste. Ich hoffe, dass ich weiterhin so enthusiastisch und überzeugt im Leben bleibe; dass ich weiterhin neue Abenteuer starten möchte, an mich selbst glaube und all meine Ziele im Leben erreichen kann.

 

Viele Menschen wollten mir einreden, dass es keine gute Idee sei, mein Studium zu „unterbrechen“ um zwischen Bachelor und Master als Au Pair in die USA zu gehen. Ich stimme dem natürlich nicht zu. Heutzutage gibt es in Italien (und vielleicht auch in anderen Ländern, aber das kann ich nicht beurteilen) diesen eigenartigen Grundgedanken, dass man (unbewusst) einer bestimmten Linie folgen muss und gewisse Schritte im Leben befolgen muss, um erfolgreich zu sein. Man beendet die Schule, sucht sich aus, was man studieren möchte, macht seinen Bachelor, beginnt seinen Master, beendet auch diesen und dann sucht man nach einem Job. Außer man möchte z.B. Mediziner oder Ingenieur werden – dann studiert man natürlich weiter. Theoretisch klingt es ja auch ganz schön – aber wer sagt eigentlich, dass dies der richtige Weg für alle ist?

Abenteuer Au Pair – und wie ich noch heute davon profitiere

Ein ganz guter Freund sagte mal zu mir dass es egal ist, wie lange man für etwas braucht oder wie man dahin kommt – das einzig wichtige ist, dass man seine Ziele schlussendlich erreicht. Er meinte auch, dass es völlig egal ist, ob man nun 5 oder 10 Jahre dafür braucht. Dass es nichts macht, wenn man sich zwischenzeitlich dazu entscheidet, etwas völlig anderes zu machen. Denn schlussendlich hat man nur ein Leben – und dieses sollte man nicht von anderen bestimmen lassen, dazu ist es einfach zu wichtig. Wir sind diejenigen, die unsere Geschichte schreiben – wir sind sowohl Autor als auch die Charaktere darin. Und genau deshalb hatte ich mich dazu entschlossen, nach meinem Bachelor erstmals als Au Pair in die USA zu gehen. Wenn man’s genau nimmt habe ich mein Studium gar nicht abgebrochen. Ich habe mir nur zwei Jahre Zeit genommen für diese einzigartige Erfahrung, und es war die beste Entscheidung die ich machen konnte. Es hat mir einfach gezeigt, dass es mehr gibt, als den Ort, in dem man aufgewachsen ist. Es zeigte mir, dass ich es liebe, international zu arbeiten und Leute aus aller Welt kennenzulernen. Und vor allem zeigte es mir, dass ich durch meine Erfahrungen eine komplett andere – und bessere – Version von mir selbst wurde.


Mein Name ist Rose Mary und ich bin 24 Jahre alt. Ich habe Fremdsprachen studiert und möchte nun Konferenzdolmetschen weiterstudieren. Meine Erfahrungen als Au Pair in den USA haben mir dabei geholfen, meine Englischfähigkeiten zu verbessern und ich bin wahnsinnig dankbar über diese Möglichkeit. Ich liebe es zu kochen (ich bin Italienerin 😉) und zu backen. Außerdem gehe ich gerne Wandern und schwimme gerne. Reisen gehört natürlich ebenso zu meinen Hobbies.

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